Merkmale - enfancejeunesse

Die MERKMALE der non-formalen Bildung

Freiwilligkeit

Die Teilnahme an den Aktivitäten und Projekten in Einrichtungen der non-formalen Bildung ist freiwillig.

Während bei jüngeren Kindern die Eltern die Entscheidung treffen, ob sie das Angebot annehmen, spielt die Freiwilligkeit im Jugendbereich eine größere Rolle, da die Teilnahme maßgeblich von der Entscheidung des Jugendlichen abhängt. Dadurch ist eine erhöhte intrinsische Motivation und Partizipationsbereitschaft gegeben.

Offenheit

Abhängig von der Gruppenzusammensetzung, dem Team, lokalen Gegebenheiten und konzeptuellen Überlegungen entscheidet die Struktur bzw. der Träger einer non-formalen Einrichtung über die konkrete Umsetzung der pädagogischen Ziele.

Die Offenheit gegenüber den Kindern und Jugendlichen und deren Bedürfnissen führt zu einer Vielzahl von konzeptionellen Grundmustern.

Neben dieser Offenheit in Bezug auf Ziele und Methodik bedeutet Offenheit als Arbeitsprinzip, dass Kindertagesstätten oder Jugendhäuser sich nach außen öffnen, das heißt, unter anderem, den Austausch mit anderen Organisationen und Institutionen suchen.

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Partizipation

Mitverantwortung und Mitbestimmung sind sowohl Zielsetzungen der Kinder- und Jugendarbeit als auch grundlegende methodische Prinzipien.

Man kann sowohl unterschiedliche Partizipationsausprägungen und verschiedene Partizipationsmodelle (z.B. parlamentarische Formen, offene Formen und projektorientierte Beteiligungsformen) voneinander unterscheiden.

Wenn auch die zu wählenden Beteiligungsformen abhängig von den Kindern und Jugendlichen sowie den Interessen, Bedürfnissen und Voraussetzungen vor Ort sind, so bleibt das Prinzip, Kinder und Jugendliche selbst mitentscheiden und nicht nur mitmachen zu lassen, ein grundlegendes Merkmal der non-formalen Bildung.

Kinder und Jugendliche werden als Mitwirkende im Sinne von Ko-Konstrukteuren ihrer Bildungsprozesse verstanden.

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Subjektorientierung

Methoden und Zielsetzungen der non-formalen Bildung werden auf die jeweiligen Kinder und Jugendlichen abgestimmt und so weit als möglich an deren Bedürfnisse und Interessen angepasst. Dabei kann es nicht nur in der Planung, sondern auch im Verlauf zu Änderungen im Sinne von neuen Schwerpunktsetzungen kommen.

Vielfältige Gelegenheiten und die unterschiedlichsten Interessen werden genutzt, um Bildungsprozesse zu unterstützen.

Die Pädagogik der non-formalen Bildung geht vom Alltag und der Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen aus und ist bemüht, biografisch und lebensweltlich relevante Bildungsimpulse zu setzen.

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Entdeckendes Lernen

Das konkrete Tun und das forschende Lernen stehen im Vordergrund non-formaler Bildung und weniger das Lernen von theoretischem Wissen. Nach dem Prinzip „Bildung ist Erkenntnis mit allen Sinnen“ werden neben der kognitiven, die affektive und die praktische Dimension des Lernens betont.

Dabei sollten die Kinder bzw. Jugendlichen die Gelegenheit haben, sich in Bereichen zu erproben, zu experimentieren, die ihnen vielleicht eher „fern liegen“ und damit, mittels der „Erfahrung unvermuteter Erfolge“, die Möglichkeit bekommen, neue Fähigkeiten und Selbstvertrauen zu entwickeln.

Entdeckendes Lernen in der non-formalen Bildung heißt, dass ein Freiraum besteht, in dem Experimentieren zugelassen wird und Fehler und Irrwege als Teil des Lernens begrüßt werden.

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Prozessorientierung

In der non-formalen Bildung gibt es keinen bestimmten Abschluss, was das Erlernen von Wissen und Fertigkeiten anbelangt, sondern persönlichkeitsabhängig steht der Prozess im Vordergrund.

Kompetenzerwerb ist dabei nicht als Endprodukt zu verstehen: der individuelle Weg des Lernens, die Aneignung und das Sammeln von Erfahrung sind genauso wichtig.

Das Experimentieren, Erforschen und Hinterfragen durch Kinder und Jugendliche wird unterstützt und gefördert.

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Partnerschaftliches Lernen

Non-formales Lernen setzt gezielt aktive Methoden der Kooperation ein und bezieht gruppendynamische Prozesse mit ein. Gruppenerfahrungen sprechen soziale Fertigkeiten und Fähigkeiten an und führen zu einer Förderung in dem für die non formale Bildung wesentlichen Bereich der Sozialkompetenz.

Diese Schwerpunktsetzung der Kooperation und Teamarbeit bewirkt, dass non-formale Bildung als ein Lernen von anderen und gemeinsam mit anderen bezeichnet werden kann.

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Beziehung und Dialog

In der Kinder- und Jugendarbeit sind Pädagoginnen und Pädagogen wichtige Bezugspersonen, welche für ein Klima der offenen Kommunikation sowie der respektvollen Rückmeldung und Wertschätzung verantwortlich sind.

Wenn auch je nach Alter der Kinder und Jugendlichen anders gestaltet, so sind doch die Beziehungen zwischen den Kindern / Jugendlichen und den erwachsenen Bezugspersonen wichtige Qualitätsmerkmale für die Entwicklungsförderung und Unterstützung der Heranwachsenden. Erst durch eine vertrauensvolle Beziehung wird eine angstfreie, lernfördernde Atmosphäre geschaffen, in der die Interessen der Kinder und Jugendlichen berücksichtigt und individuelle Entwicklungen gefördert werden können.

Beziehungsarbeit in der non-formalen Bildung erfordert einen kontinuierlichen Dialog und eine Haltung des aktiven Zuhörens.

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Autonomie und Selbstwirksamkeit

Eine zentrale Zielsetzung der non-formalen Bildung ist die Erfahrung von Selbstbestimmung und Selbstwirksamkeit.

Durch vielfältige Gelegenheiten, aktiv, selbstbestimmt und autonom zu handeln, werden Kompetenzen zur Problembewältigung entwickelt, erlebbar und einsetzbar. Problemlösefähigkeit und Selbstwirksamkeitsüberzeugungen werden, insbesondere für die Entwicklung von Resilienz, als wichtige Faktoren betrachtet und unterstützen Kinder und Jugendliche dabei, aktiv zur Bewältigung von Stress und herausfordernden Situationen beizutragen.

Des Öfteren wird in diesem Zusammenhang in der non-formalen Bildung der Begriff Empowerment verwendet, der sich auf Maßnahmen zur Erhöhung der Selbstbestimmung und Autonomie des Einzelnen bezieht.

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