Grundsätze - enfancejeunesse

Die GRUNDSÄTZE der non-formalen Bildung

Kinderrechte

Der nationale Rahmenplan und damit die Ausführungen zur non-formalen Bildung beruffen sich auf die UN-Kinderrechtskonvention. Dabei gibt es eine Vielzahl von Bezügen zwischen der non-formalen Bildung und der Kinderrechtskonvention. Die Erwachsenen haben die Pflicht und Verantwortung die Kinderrechte umzusetzen.

Die Bildungseinrichtungen haben als Grundlage die Umsetzung der Kinderrechte und das Wohl des Kindes. Unter anderem können folgende Ziele der non-formalen Bildung hervorgehoben werden:

  • Kinder erfahren, dass sie Rechte haben und kennen ihre Rechte.
  • Kinder erleben unmittelbar ihre Rechte d.h. Kinder haben viele Gelegenheiten z.B. ihr Partizipationsrecht zu erfahren und lernen, dass eigene Rechte zu haben, sowohl für die Erwachsenen als auch für die Kinder bedeutet, dass es Maßstäbe für den Umgang miteinander gibt.

Eine an den Bedürfnissen der Kinder orientierte Pädagogik die sich am „kompetenten Kind“ orientiert setzt stets die Verwirklichung der Kinderrechte sowohl bezüglich der Rahmenbedingungen als auch bezüglich der pädagogischen Tätigkeit ins Zentrum.

Im Jahr 2021 war die 10. nationale Konferenz zur non-formalen Bildung im Kindesalter, die jedes Jahr vom Service national de la jeunesse und dem Ministerium für Bildung, Kinder und Jugend organisiert wird, den KINDERRECHTEN IN DER NON-FORMALEN BILDUNG gewidmet.

Erfahren Sie mehr über die Vorträge, die auf der Konferenz gehalten wurden, und über Praxisbeispiele von Betreuungsstrukturen in Luxemburg.

Individualisierung und Differenzierung

Jedes Kind bzw. jeder Jugendliche ist einzigartig in seiner Persönlichkeit, seinem soziokulturellen Hintergrund, seinen Bedürfnissen und Lernpotenzialen sowie seinem Entwicklungstempo.

Individualisierung bedeutet, die unterschiedlichen Persönlichkeitsmerkmale und Kompetenzen der einzelnen Kinder bzw. Jugendlichen als Ausgangspunkt für die Gestaltung von Lernarrangements und Bildungsprozessen anzuerkennen. Durch kontinuierliche, systematische Beobachtung, dialogische Gespräche und aufmerksames Zuhören können Pädagoginnen und Pädagogen die Themen der Kinder und Jugendlichen in Erfahrung bringen und in einer differenzierten Bildungsarbeit daran anknüpfen.

Methodenvielfalt, unterschiedliche Lernformen, eine entwicklungsangemessene, breit gefächerte Ausstattung mit Bildungsmitteln und Spielmaterialien sowie ein ausreichendes, flexibel gestaltbares Raumangebot sind wichtige Aspekte der Differenzierung.

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Inklusion

Inklusion bedeutet „Einschluss“ und geht von der Annahme aus, dass alle Menschen mit ihren individuellen Unterschieden, besonderen Bedürfnissen und Begabungen der „Normalität“ entsprechen..

Inklusives Denken basiert auf der Wahrnehmung und Wertschätzung von Verschiedenartigkeit bei Kindern und Jugendlichen. Eine inklusive Pädagogik schafft eine Lernumgebung, die den individuellen Lernansprüchen und -dispositionen aller gerecht wird und jedem einzelnen Kind bzw. Jugendlichen die Entfaltung seiner Potenziale ermöglicht. Dies bedeutet, durch die Gestaltung von Lernarrangements und pädagogischen Angeboten auf die Unterschiedlichkeit der Kinder und Jugendlichen zu reagieren und alle herauszufordern, sich mit ihren individuellen Erfahrungen und Kompetenzen einzubringen.

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Diversität

Die Vielfalt einer pluralistischen Gesellschaft spiegelt sich in Bildungseinrichtungen wider.

Diversität bzw. Vielfalt bedeutet, dass jeder Mensch einzigartig ist und sich sowohl durch unveränderbare Merkmale, wie Geschlecht, Ethnie oder physische Fähigkeiten, als auch durch veränderbare Merkmale, wie Religion, sozialer Status, Sprache(n) oder Bildung, von anderen unterscheidet. In einer Pädagogik der Vielfalt wird Diversität als wertvoll sowie als grundlegende Ressource und Bereicherung für Bildungsprozesse anerkannt. Pädagogik der Vielfalt zielt unter anderem darauf ab, Gleichberechtigung und Chancenausgleich bei Aufrechterhaltung individueller Unterschiede zu ermöglichen.

Daher ist die kontinuierliche Reflexion des eigenen Denkens und Handelns von Pädagoginnen und Pädagogen integraler Bestandteil einer Pädagogik der Vielfalt.

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Mehrsprachigkeit

Mehrsprachigkeit ist in Luxemburg gesellschaftliche Realität und eine bedeutsame Ressource für die Gesellschaft.

Die Wertschätzung und das bewusste Aufgreifen der vorhandenen Familiensprachen durch Pädagoginnen und Pädagogen stärken die Persönlichkeitsentwicklung und die Identität von Kindern und Jugendlichen und stellen für alle – unabhängig von ihren jeweiligen Familiensprachen – einen Bildungsgewinn dar.

Pädagoginnen und Pädagogen, die die Mehrsprachigkeit als transversales Bildungsprinzip anerkennen, setzen die Kinder und Jugendliche in den Mittelpunkt und orientieren sich an deren Interessen und Bedürfnissen. Als Vorbilder geben sie den Kindern und Jugendlichen Autonomie bei der Sprachenwahl und erhöhen somit ihre Partizipation. Dies trägt auch zur Inklusion aller Kinder und Jugendlichen und zum Erwerb interkultureller Kompetenzen bei.

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