Im Detail

Schulungsbeschreibung:

Zur Veranschaulichung des geplanten Themas und seiner Arbeitsformen nachstehend zunächst drei Alltagsbeispiele:

Arnaud (1,7 J.) stapelt Kisten.Wie er das tut, folgt einem eigenen Plan, bei dem das Auftürmen und Abbauen, das Hin- und Herschleppen verbunden mit dem Beladen und Entladen der Kisten sein Thema ist, das ihm vielfältig wechselnde Erfahrungen ermöglicht.

 

Marthe (3,3 J.) hockt im Sandkasten. Sie versucht eine Plastikflasche mit gesiebtem Sand aus ihrem kleinen Eimer zu befüllen. Während der zwanzigminütigen Beobachtungszeit erprobt sie vier unterschiedliche Hilfsmittel, die sie jeweils dann wechselt, wenn ihr das Ergebnis nicht zufriedenstellend erscheint. Nach Sandförmchen, Kaffeelöffel und Schraubverschluss entdeckt Marthe einen Plastiktrichter als brauchbares Utensil. Die Flasche lässt sich damit relativ rasch komplett befüllen.

 

Für Emile (6,5 J.) gehören Computerspiele zum festen Ritual, wenn er von der Nachmittagsbetreuung aus nach Hause kommt. Neuerdings findet er fast täglich immer wieder andere Argumente, um bereits ‚vor der Zeit‘ gehen zu können. Die Spielmöglichkeiten in der Kindergruppe bezeichnet er als „öde“ und „langweilig“.

 

Théos (8,3 J.) Fahrrad hat einen Platten. So ein Pech! Andererseits kann er jetzt zeigen, ob er das Flicken des Fahrradschlauches auch alleine hinbekommt.

Die letzten beiden Male hat sein Vater ihm geholfen, aber jetzt?!

Théo holt das Flickzeug aus der Fahrradtasche und legt los …

 

Kinder wie Arnaud, Marthe, Emile und Théo begegnen uns immer wieder in der Tages-betreuung. Ihre Beobachtung löst eine Reihe von Fragen aus, die wir im Fortbildungs-verlauf über praktische Erfahrungsbeispiele, Reflexionsrunden und Videoeinspielungen aufnehmen, erörtern und klären wollen.

1.„Ohne Bindung keine Bildung!“
Welchen Einfluss haben unterschiedliche Beziehungserfahrungen auf Lernbereit-
schaft und Lernerfolg bei Kindern?

2. „Hilf mir es selbst zu tun!“ (M. Montessori)

Wie entwickeln Kinder altersübergreifend ihre ganz individuellen Verhaltensmuster in der Aneignung von und der Auseinandersetzung mit unterschiedlichen (Spiel-)
Materialien?
Selbsterprobung an ausgewählten Materialbeispielen und Reflexionsphasen

3.„Von Pokémon, Trüberbrook & Co.“ – Was lernen Kinder im Umgang mit den Neuen Medien?

4.„Mit Freude lernen … oder: Wie Gefühle Handeln und Verstehen steuern.“  ? Ein neurowissenschaftlicher Erklärungsversuch 

5.„Und wie denkst du?“ … Wie körperliche Bewegung auch das Gehirn ‚bewegt‘.
Anregungen zur Förderung von Aufmerksamkeit, Ausdauer und problemlösenden
Denken im frühen Schulkindalter

 

Ziele und zu erwerbende Kompetenzen:

  • Die nachhaltige Wirkung emotionaler Schlüsselsituationen und Erziehungs-methoden auf die Vernetzungen und das Gleichgewicht im Gehirn des Kindes kennenlernen und besprechen;
  • Alltagssituationen in ihrer Bedeutung für Lernbereitschaft und Lernfähigkeit anhand von Videosequenzen erschließen;
  • Lernmöglichkeiten der Kinder entlang ‚eines Weges‘ durch die Tagesbetreuung verankern und beschreiben;
  • als Betreuungsperson um die Bedürfnisse der Kinder wissen, sie im alltäglichen Miteinander wahrnehmen und Erfahrungssituationen anbieten, an denen sich diese zu reiferen Verhaltensmustern weiterentwickeln können;
  • über das Bedingungsumfeld für die Ausprägung von Ich-, Sozial- und Sach-kompetenz nachdenken;
  • Computerspiele für das frühe Schulkindalter auf ihre Lernwirkung hin untersuchen; 
  • zwischen unterschiedlichen Denk- und Handlungsmustern sowie deren Erwerb unterscheiden und diese Erkenntnisse auf das bestehende (Lern-)Angebot für die Kinder anwenden können.

 

 

Marlies Koenen

Dipl. Päd./Erwachsenenbildung, Erzieherin und Grundschullehrerin

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