En détail

Pflegekinder haben zumeist sehr belastende Familienverhältnisse erlebt und haben deshalb besondere Bedürfnisse bezüglich ihrer Betreuung. Da viele von ihnen Traumatisierungen (schwere Vernachlässigung, wiederholte Bindungsabbrüche, Misshandlung, Missbrauch) erlebt haben, leiden sie unter Ängsten, Unruhe, Reizbarkeit, Trauer, Albträumen, Misstrauen, Wut und anderem manchmal nur schwer zu verstehendem Verhalten. Pflegeeltern stellt dies vor besondere Herausforderungen und sie stoßen mit den üblichen Vorgehensweisen oft an ihre Grenzen. Wir wissen, dass eine grundsätzliche Voraussetzung zur Verarbeitung von Traumafolgestörungen die äußere Sicherheit ist, d.h. die Gefahr muss vorüber sein. Pflegefamilien können Kindern diese sichere Basis bieten, die eine Voraussetzung für die innere Sicherheit ist. Sie lernen dadurch, dass die Menschen, die ihnen neue Beziehungsangebote machen, sie nicht verraten, verlassen oder verletzen werden.

Ziele und zu erwerbende Kompetenzen
Neben der Vermittlung von fundierten Grundkenntnissen der Psychotraumatologie wird in dieser Weiterbildung der Schwerpunkt auf traumapädagogische Interventionsmöglichkeiten und Techniken im Pflegefamilienalltag gelegt. Eine empathische Haltung wird entwickelt, die Selbstreflexion, -regulation und -fürsorge gefördert und den besonderen Aspekten des Pflegefamilienwesens und der unterschiedlichen Altersgruppen der Pflegekinder Rechnung getragen. In dieser Weiterbildung werden Pflegefamilien, anhand von theoretischen und praktischen Erfahrungen, in ihrer Beständigkeit, Einfühlsamkeit und Gelassenheit gestärkt.

Methoden
Arbeitsformen sind Kurzvorträge, praktische Übungen, Beobachtungen anhand von Formularen, sowie Austausch über Ihren Betreuungsalltag und Eigenbewertungen.
Praxisbeispiele der Teilnehmer sind willkommen.