En détail

Schulungsbeschreibung :

Sprachliche Bildung beginnt mit der Freude von Kindern am Entdecken und Erkunden der Welt, nah bei den Dingen, die sie berühren und bewegen. Über dieses explorative, handelnde Umgehen mit ihrer unmittelbaren Lebenswelt werden in vielen kleinen Schritten Sachkenntnis und Weltwissen sowie Begriffsbildung und Bedeutungsentwicklung aufgebaut. Ein Wörterschatz entsteht, bei dem das Wahrnehmen der Dinge Ausgangspunkt für das Entstehen einer Sprache des „verlangsamten Sehens“, Hörens, Riechens, Greifens und Ertastens ist.

 

Was ist das, Sand? Wie riecht oder schmeckt Gras? Warum ist Milch weiß? Kann sie auch grün sein?

 

Aus ersten Grunderfahrungen entwickelt sich ein Wiedererkennen/Erinnern, ein Vergleichen und Vermuten, ein Zuordnen und Verstehen der Dinge, gestützt durch einen gemeinsamen Nachdenk-Dialog zwischen Kind und Erwachsenem.

 

Sind Wurzeln die Füße der Bäume? Woraus sind eigentlich Zähne gemacht? Was wäre, wenn Wasser nach oben fließen könnte?

 

Im Fortbildungszusammenhang wollen wir uns diesem Erfahrungsweg des Kindes in seinem wahrnehmenden Beobachten und Verstehen der Dinge über vielfältige methodische Zugänge annähern und dabei unterschiedliche Dialogtypen und Frageformen kennenlernen und anwenden, die das Bildungsinteresse des Kindes befördern und vertiefen können.

Kurz zusammengefasst ergeben sich aus dem zuvor Gesagten folgende inhaltliche Schwerpunkte für die Fortbildung:

  •  „Wer, wie, was, warum … wer nicht fragt, bleibt dumm!“ Von der Bedeutung des 1. und 2. Fragealters in der Entwicklung des Kindes 
  • „Suchsel, Fragekette, Hosentaschen-Dialoge und mehr …!“ Frag-würdigkeiten im Kita-Alltag und wie wir uns auf Spurensuche begeben können 
  • „Ein rätselhaftes Päckchen …“ Erkundungen an einem Gegenstand oder welche Vorstellungen und Fragen entstehen im Dialog mit den Kindern? 
  • „Was ist denn hier passiert …?“ Wie wir Irritationen wahrnehmen und was ihre Lösung in Kinderköpfen bewirken kann?
  • „Beschreiben, erklären, vermuten, vergleichen, …“ Mündliche Sprachhandlungen – wie wir sie im Rahmen von Werkstattarbeit und Stationenlernen mit den Kindern entwickeln und vertiefen können; praktische Anregungen, in Kleingruppen weitergedacht und umgesetzt
  • „Eine Regentropfenschnur … Perlen an einem Zweig oder Tränen aus Wasser?“ Sprachliche Bilder und wie wir sie mit Kindern entdecken und entschlüsseln können; Wege in die Natur … ein Erlebnis für die Sinne

Ziele und zu erwerbende Kompetenzen :

  • Wie lernen Kinder? – Videoeinspielungen als Einstiegs- und Klärungshilfe zum Thema; Erfassen der beteiligten Einflussfaktoren und Entwicklung einer Übersicht mithilfe des Lernkreises als Strukturierungshilfe;
  • Auf Basis des Videos Kinderfragen formulieren, sie entwicklungsbezogen ordnen und die Einschätzung begründen können (Frageform, -richtung und Komplexität der Frage …);
  • Eigene Erfahrungsbeispiele im alltäglichen Umgang mit Kinderfragen zusammentragen und auf ihre Wirkung beim Kind hinterfragen;
  • Frag-würdigkeiten gemeinsam mit den Kindern im Kita-Alltag ‚entdecken‘ oder über interessante didaktische Angebotsformen herausfordern;
  • Dialoge mit Kindern aufbauen …, dazu in der Fortbildung Objekte und Bildszenen nutzen, um unterschiedliche Fragetechniken wie Impuls-, Einstiegs-, Diskussions- und Nachfragen zu entwickeln und zu erproben;
  • Unterschiedliche Fragetypen in ihrer Bedeutung und in ihrem Einfluss auf die kognitive Entwicklung von Kindern untersuchen; im Fokus: Problemlösungsstrategien analysieren;
  • Zwischen alltags- und bildungssprachlichen Handlungen unterscheiden können; letztere entsprechend ihrem Anspruchsniveau in ein Stufendiagramm eintragen,
  • Anregungsbeispiele aus dem Kita-Alltag zusammentragen und für ein Arbeiten an Lernstationen aufbereiten:
  • Mit sprachlich-poetischen Bildern umgehen lernen durch Erkundungen mit Kindern in der Natur und durch ein Wiederfinden und Entschlüsseln in Geschichten/ Gedichten.

Marlies Koenen

Diplompädagogin, Expertin auf dem Gebiet der Sprachförderung, Referentin für die „Akademie Frühe Bildung“

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