
Bildungs- und Betreuungseinrichtungen sollen eigene Ludotheken einrichten – Räume, in denen Kinder und Familien Gesellschaftsspiele wie in einer Bibliothek ausleihen können.
Das Projekt zielt auf eine ausgewogene „Screen-Life-Balance“ ab und fördert bildschirmfreies Familienspiel, sozial-emotionale Kompetenzen sowie eine nachhaltige Spielkultur in den Einrichtungen.
Beginn des Projektes
Nach einem Teilnahmeaufruf am 18. November 2024 meldeten sich 40 interessierte Einrichtungen. In zwei Beratungstreffen (16.12.2024 und 09.01.2025) mit 24 Strukturen wurden zentrale Fragen geklärt:
- Was bedeutet eine Ludothek für die jeweilige Einrichtung?
- Welche Herausforderungen gibt es bei der Umsetzung?
- Wie kann die praktische Einrichtung gelingen?
Die Teilnehmer erarbeiteten gemeinsam eine umfassende Liste von Herausforderungen und Lösungsansätzen zu Themen wie Spielepflege, Personalmotivation, Elternzusammenarbeit, Raumgestaltung und Ausleihsysteme.
Diese erste Phase legte den Grundstein für ein partizipatives und evolutives Projekt, das auf die tatsächlichen Bedürfnisse der Strukturen zugeschnitten ist.
Testphase mit 7 SEAS
Foyer scolaire Belair Kayser

Maison relais Pinocchio

Maison Relais Renert

Maison Relais Schoulkauz

Mini-Reewiermecher

SEA Woiver

SEAS Bei de Kueben

Dank ihres Einsatzes konnten Konzepte getestet werden, die aufzeigen, wie eine Ludothek erfolgreich umgesetzt werden kann.
Ein wissenschaftlich gestützter Ansatz
Jede Phase wurde von einer gründlichen wissenschaftlichen Evaluation begleitet, gestützt auf drei sich ergänzende Schwerpunkte:
- Prä-/Post-Tests mit pädagogischem Personal
- Elternbefragungen
- Kontinuierliche Dokumentation der Aktivitäten mit Dokumentationsbögen
Ablauf des Pilotprojekts
Die folgenden Meilensteine prägten den Projektverlauf:
- 12.02.2025 – Workshop zur Konzeptentwicklung (Standort, Ausleihsystem, Verantwortlichkeiten)
- 26.02.2025 – Fortbildung: Spielkultur und Spielvorstellung, danach Projektstart
- 23.03.2025 – Erster Workshop: Analyse der Konzeptumsetzung und Erfahrungsaustausch
- 11.06.2025 – Zweiter Workshop: Austausch von Erfahrungen und Anpassungen
- 09.10.2025 – Abschlussveranstaltung: Bilanz, Präsentation des Spiels und Schlussfolgerungen.
Workshop (12.02.2025)
Dieses Treffen bot Gelegenheit, sich über den Verlauf des Projekts auszutauschen und die ersten Grundlagen für die Entwicklung einer Ludothek zu legen.
Fortbildung (26.02.2025)
Die Fortbildung umfasste zwei Module:
1. Die Spielkultur
In diesem von Chris Krier vom F.USE des IFEN geleiteten Modul wurde erklärt, wie sich eine Spielkultur im Zusammenhang mit Gesellschaftsspielen entwickeln und umsetzen lässt. Dabei konnte der Zusammenhang mit der nicht formalen Bildung sowie die Art und Weise, wie ein Gesellschaftsspiel zum Lernen von Kindern beiträgt, vertieft werden. Der Zusammenhang zwischen der Spielkultur und dem Aufbau einer Ludothek wurde ebenfalls erläutert.
2. Spielvorstellung
Die zehn Gesellschaftsspiele, die für den Start der Ludothek ausgesucht wurden, wurden vorgestellt und von den Teilnehmenden getestet.
Durch das Testen der Spiele konnten Techniken und Kenntnisse vertieft werden, die zeigen, wie sich diese mit Kindern spielerisch entdecken lassen.
Erster Workshop (23.03.2025)
Ausgehend von ihren jeweiligen Erfahrungen tauschten sich die Teilnehmer in kleinen Gruppen über bereits umgesetzte Initiativen, Erfolgsfaktoren und aufgetretene Schwierigkeiten aus. Anschließend überlegten sie gemeinsam mögliche Lösungen. Dieser Ansatz förderte den Austausch und eine Dynamik der gemeinsamen Entwicklung.
Zweiter Workshop (11.06.2025)
Auf der Grundlage ihrer Erfahrungen, die sie in den ersten Monaten der Umsetzung der Ludothek in ihren Einrichtungen gesammelt hatten, diskutierten die Teilnehmer über Leitlinien, die allen SEAS vorgeschlagen werden könnten.
Abschlussveranstaltung (09.10.2025)
Die Teilnehmenden erhielten einen Einblick in die Auswertung der gesammelten Projektdaten — darunter Beobachtungsbögen sowie Vor- und Nachtests.
Es wurden noch finale Entscheidungen zu Layout für den Leitfaden getroffen und neue Erfahrungen ausgetauscht.
Zum Ausklang der Veranstaltung stellte der Verein GAME ON a.s.b.l. seinen Spielbus vor. Bei dieser Präsentation konnten die Teilnehmer den Bus entdecken, sein Spielangebot erkunden und in einer geselligen Atmosphäre neue Spiele ausprobieren.








