Im Detail

Vielfach halten sich pädagogische Fachkräfte für nicht ausreichend qualifiziert, um zu beurteilen welche sexuellen Äußerungsformen – z.B. Masturbation, Doktorspiele, verbale Provokationen-von Kindern in welchem Alter „normal” sind, was zu unterbinden, was zu fördern ist. Auch dann, wenn sie über einen guten Kenntnisstand verfügen wird die fachliche Auseinandersetzung in Teams oft überlagert von persönlichen Erfahrungen, Wertvorstellungen und stereotypen Geschlechterbildern. Darüber hinaus können die aktuellen gesellschaftlichen Gefahrendiskurse in Bezug auf Sexualität dazu führen, dass sexualpädagogische Arbeit und die angemessene Förderung der sexuellen Entwicklung von Kindern auf Unverständnis und Widerstand stoßen. In diesem Seminar geht es auch darum, die verschiedenen Einflussstränge zu entzerren, jeden für sich ernst zu nehmen und angemessen zu behandeln.
Es geht um:

· Informationen über körperliche und psychosoziale Einflussfaktoren der kindlichen Sexualentwicklung von 0 bis 12: aktuelle empirische Untersuchungen, Diskussion theoretischer Ansätze, Erfahrungsberichte.
· Ideen für eine geschlechtergerechte Erziehung. Was brauchen Mädchen und Jungen? Was kann in geschlechtshomogenen und -heterogenen Gruppen gelingen? Welche Rolle spielt das je eigene Geschlecht in der pädagogischen Arbeit mit Jungen und Mädchen? Wo sind „blinde Flecken”, was gelingt gut?
· Standpunktklärung von Erziehungszielen, pädagogischen Idealen und möglicherweise konkurrierenden persönlichen, institutionellen und gesellschaftlichen Werten.

Anregungen für den Umgang mit herausfordernden Situationen. Hierzu können auch Fallbeispiele der Teilnehmenden besprochen werden.